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Quedlinburg - Weltkulturerbestadt Quedlinburg

Quedlinburg - Eintausend Jahre Geschichte

Otto I. nebst Frau Edgith

Widukind v. Corvey
Otto I. nebst Frau Edgith
Widukind v. Corvey
König Heinrich I.
Otto I.
König Heinrich I. Kaiser Otto II. .

Kaiser Karl der Große hatte sein Reich unter seinen 3 Söhnen aufgeteilt.

Im östlichen Teil, der mit Sachsen, Schwaben, Franken und Bayern wesentliche Teile des späteren Deutschen Reichs umfasste, wurde 911 der Frankenherzog Konrad I. zum König gewählt. Es gelang ihm nicht, sein Reich zu konsolidieren und gegen äußere Feinde zu schützen. Einige Historiker sagen seine größte Tat beging Konrad auf seinem Sterbebett. Er beauftragte seinen Bruder, die Königsinsignien seinen ärgsten Widersacher, dem Sachsenherzog Heinrich zu überbringen.

Um 900 waren die Ludolfinger die bedeutendste Familie des sächsischen Hochadels. Nach dem Tod seines Vaters Otto trat sein Sohn Heinrich im Jahr 912 die Nachfolge an. Zum Eigentum der Familie gehörte Quitlingaburg, damals im Wesentlichen bestehend aus einem Landgut, dem heutigen Wipertihof, sowie einem damals noch gering befestigtem Felsen, dem heutigen Schlossberg.

Der Legende nach trafen die Boten Konrads seinen Nachfolger nichts ahnend am Fuße des Schlossbergs auf der Vogeljagd an. Der Ort wurde später und bis heute der "Finkenherd" genannt.

Im Jahr 919 ließ sich Heinrich zum ersten deutschen König wählen. Da nicht alle Fürsten des ehemaligen ostfränkischen Reiches an seiner Wahl teilgenommen hatten, benötigte er 10 Jahre, um auch die Übrigen - teils mit Wohltaten, teils mit Feldzügen - zu überzeugen, dass er der richtige Mann im Amt war.

Außerdem musste er sein Reich verteidigungsfähig machen gegen Angriffe von außen. Dazu baute er Burgen, in denen die Bevölkerung Schutz suchen konnte, und verpflichtete die Landbevölkerung, jeden neunten Mann zur Erhaltung und Verteidigung der Burgen abzustellen. So schuf er den Stand der "Bürger".

Nachdem dieses umfangreiche Werk vollbracht war, rief er 929 alle Fürsten und Vertreter des Adels und des Klerus zu einem großen Hoftag am Königshof in seiner Pfalzstadt Quedlinburg zusammen. Er ließ sich huldigen (Treue schwören) und seinen Sohn Otto von allen zu seinem Nachfolger bestimmen.

Mit dieser Maßnahme stellte er sicher, dass das Reich über seinen Tod hinaus bestand und schuf damit das Prinzip der "Reichsunteilbarkeit".

Deutschland war geboren - die Wiege war Quedlinburg.

Auf dem Schlossberg richtete Heinrich auf Wunsch seiner Gemahlin Mathilde I. ein Damenstift ein, nach heutigem Verständnis eine Erziehungsstätte für adelige Töchter.

Die Welt zu Gast in Quedlinburg

König Otto I., Sohn des ersten deutschen Königs wurde am 02. Februar 962 in Rom zum ersten deutschen Kaiser gekrönt.

Ostern 973 hielt Otto I. auf seiner Pfalz Quedlinburg den glanzvollsten Reichstag des Mittelalters ab. Anwesend waren neben den deutschen Vertretern des Adels und der Kirche der dänische König Harald Blauzahn, der Polenherzog und spätere König Boleslaw I., Herzog Boleslaw II. von Böhmen, 12 Adelsvertreter aus Ungarn, ein Vertreter des byzantinischen Kaisers Johannes Tzimices und Ibrahim Ibn Achmed als Vertreter des Kalifen Makam I., des Herrschers von Spanien.

Damit war fast das gesamte Abendland erstmals gemeinsam aufgetreten: Dänemark, Deutschland, Polen, Böhmen, Ungarn, Byzanz, Bulgarien, der römische Kirchenstaat, Benevent und das hispanische Kalifat diskutierten über Gemeinsamkeiten und gegenseitige Abgrenzungen.

Zum ersten Mal begann Europa sich zu organisieren:

in Quedlinburg

Auch Ottos Sohn, König Otto II. und nach seinem frühen Tod seine Frau Theophano sowie deren Sohn Kaiser Otto III. behielten einen ihrer Herrschaftssitze in Quedlinburg. Kaiser Otto III. verlieh dem Flecken Quedlinburg unterhalb des Schlossberges im Jahr 994 das Markt-, Münz- und Zollrecht und legte damit den Grundstein für das Entstehen und Aufblühen der Bürgerstadt - der heutigen Altstadt.

Nachdem die Ottonen keine männlichen Nachkommen mehr hatten, ging die inzwischen erbliche Königswürde auf das Geschlecht der Salier über, die u. a. in der in ihrem Besitz befindlichen Stadt Goslar die Kaiserpfalz errichteten.

Quedlinburg verlor seine Funktion als Metropole des Kaiserreichs. Das weiterhin bestehende (bis 1802) Damenstift jedoch wie auch die Bürgerstadt entwickelten sich weiter. Die bis dahin "wilde" Bode wurde reguliert, Brücken und neue Wege errichtet, die die Wege des Fernhandels durch die Stadt lenkten und den Wohlstand der Bürger mehrten. Im 12. Jh. musste die inzwischen mit Stadtmauer und Wehrtürmen umgebene Altstadt um die mittelalterliche Neustadt erweitert werden. Im 15. Jh. wurde Quedlinburg Hansestadt.

Geschichte der Stadt Quedlinburg

Im Jahr 1477 kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der Bürgerstadt und der Äbtissin, in deren Folge die Stadt alle Privilegien verlor. Damit wurde der Entwicklung Quedlinburgs ein schwerer Schlag versetzt. Handel und Verkehr nahmen andere Wege, andere Städte liefen Quedlinburg den Rang ab.

Dadurch hat Quedlinburg seine mittelalterliche Stadtstruktur, bestehend aus Königsstadt Altstadt, Neustadt und Münzenberg bis heute bewahrt.

Neben Reichtum und Macht fanden auch Kunst und Wissenschaft ihren Platz in Quedlinburg. So ging neben dem Dichter Klopstock und dem großen Geographen Karl Ritter auch Deutschlands erste Ärztin mit dem Dr.-Hut Dorothea Christiane Erxleben aus den Mauern dieser Stadt empor.

Karl Ritter aus Quedlinburg Klopstock aus Quedlinburg Erste deutsche Ärztin stammt aus Quedlinburg

      Der Geograph Karl Ritter             Friedrich Gottlieb Klopstock        Dorothea Christiane Erxleben

 

Impressionen aus Quedlinburg

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